Gegründet zur Unterstützung hilfsbedürftiger, notleidender Deutscher

im rumänischen Banat

 

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Seniorengemeinschaft
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Seniorengemeinschaft Banater Schwaben Ingolstadt

Leiterin Frau Franziska Graf

Die Banater Senioren sind die 21. Seniorengemeinschaft in Ingolstadt. Wir sind mit 250 Mitgliedern die größte und aktivste Gruppe der Stadt. 40 Mitglieder singen im Chor unter der Leitung von Niki Huss und 24 Damen haben sich zu einer Tanzgruppe zusammengefunden. Die Leiterin Helene Schandrul hat mit ihnen bisher vier Volkstänze und fünf lustige Tänze einstudiert, mit denen sie bei verschiedenen Veranstaltungen auftreten.

Unsere Proben halten wir jeden Montag im Seniorenzentrum "Josef Nischbach" ab und bringen den Heimbewohnern damit Abwechslung in ihren Alltag. Zwischen den Proben verbringen wir mit den Heimbewohnern ein gemütliches Plauderstündchen bei Kaffee und Kuchen. Dabei werden die Geburtstagsjubilare der letzten Woche mit einem Ständchen geehrt.

Wir besuchen auch andere Seniorenheime der Stadt, machen auch dort den Heimbewohnern mit unseren Auftritten viel Freude und zeigen, dass man auch im Alter noch Freude am Singen und Tanzen haben kann. Unsere Tänzerinnen sind von 65 bis 85 Jahre alt. Die Älteste wird an Weihnachten 90.

Wir gedenken jedes Jahr im Januar der Russland-Deportation und im Juni der Bărăgan-Verschleppung. Dabei zelebriert unser Heimatpfarrer Andreas Straub im Hildegardis-Saal des Nischbach-Hauses eine Gedenkmesse und der Seniorenchor übernimmt die musikalische Begleitung.

Das Seniorenzentrum Josef Nischbach ist nicht nur für die Heimbewohner, sondern für alle Banater Senioren in Ingolstadt ein Zentrum, wo die heimatliche Atmosphäre sich wohltuend auf alle auswirkt.

Beeindruckend ist die abendliche Runde im Foyer des Hauses, wenn sich die Heimbewohner zum gemütlichen Plausch einfinden, wie daheim "Oweds uf der Gass". Die Gespräche in unserer Banater Mundart gibt allen ein Heimatgefühl. Dieses Nischbachhaus ist den älteren Leuten ein Ersatz für die verlorene Heimat.

Franziska Graf

 

Auszug von den Veranstaltungen der Seniorengemeinschaft

Gedenkfeier 60 Jahre Kriegsende

                                                                                                                           Berichte von Franziska Graf

Am Donnerstag, den 12.Mai 2005 um 14.00 Uhr zelebrierte unser Heimatpfarrer Franz Marksteiner in der St. Monika-Kirche eine Gedenkmesse zum 60.Jahrestag seit Kriegsende.

Anschließend haben wir Blumen für unsere Gefallenen am Denkmal im Seniorenzentrum niedergelegt und bei Kaffee und Kuchen des unsinnigen Zweiten Weltkrieges gedacht. Dabei wurden Kriegserlebnisse ehemaliger Soldaten vorgelesen. Auch die vom Heimbewohner Hans Bosch. 

Der Banater Senioren-Chor hat in der Kirche die Schubertmesse gesungen, beim Denkmal drei Bayerische Lieder unter der Leitung von Walter Kindl und bei der Gedenkfeier soldatenbezogene Lieder. Zwischendurch wurden dazu passende Gedichte vorgetragen. 

Es war ein beeindruckendes Gedenken an das Kriegsende am 8. Mai 1945, obzwar der Leidensweg der Banater Schwaben danach erst recht immer trostloser wurde.

 

Kaffeenachmittag im Seniorenzentrum

Zwischen den Proben am Montag, den 13. Juni 2005 haben wir uns an unsere Leidenszeit in den letzten Jahren im Banat erinnert. 

Franziska Graf hat den Bericht “Abbruch“ aus “Zwischen Welten“ von Franz Marschang vorgelesen.

Die Geburtstagsjubilare der Woche wurden mit einem Ständchen geehrt ehrt.

 

Hier einige Bilder von den Veranstaltungen der Banater Seniorengemeinschaft Ingolstadt

Der Chor der Banater Senioren singt bei der Weihnachtsfeier im Banater Seniorenzentrum Ingolstadt

Die Seniorentanzgruppe beim Osterbrunnenfest 2005 in Ingolstadt

Chor der Banater Senioren singt beim Osterbrunnenfest

in Ingolstadt 2005

Tanzgruppe der Banater Senioren beim Osterbrunnenfest

in Ingolstadt 2005

Tanzgruppe der Banater Senioren

im Seniorenzentrum Josef Nischbach

 

Probe im Seniorenzentrum

Am Montag, den 13.Juni 2005 haben wir uns an die letzte Zeit in unserer alten Heimat, kurz vor unserer Abreise erinnert, F. Graf hat den Bericht “Abbruch“ aus “Zwischen Welten“ von Franz Marschang vorgelesen und ihre eigenen Erfahrungen erzählt.

 

Gedenkfeier zur Bărăganverschleppung

                                                                                                                                         Berichte von Franziska Graf

Am Donnerstag, den 16.Juni 2005 zelebrierte unser Heimatpfarrer Andreas Straub, Visitator der Donauschwaben, in der St. Monika Kirche eine Gedenkmesse zur Bărăganverschleppung im Juni 1951, als 40.320 Personen, davon 9.413 Deutsche aus 64 Banater Gemeinden in der Bărăgansteppe ausgesetzt wurden und durch Mangel an Nahrung und Trinkwasser viele verstorben sind.

Die Zwangsverschleppten durften den Ort nicht verlassen und keinen Besuch empfangen. Anfangs haben sie in Erdlöcher gewohnt, später in gemeinsamer Arbeit sich Häuser aus Lehm gebaut. So sind 18 Ortschaften entstanden. Nach mehr als fünf Jahren hat man ihnen erlaubt wieder in das Banat zurückzukehren und diese Häuser sind verfallen. Selbst die Friedhöfe gibt es nicht mehr.

Anschließend haben wir am Denkmal im Seniorenzentrum der Toten gedacht und bei Kaffee und Kuchen über diese leidvolle Zeit referiert. Der Banater Seniorenchor hat in der Kirche die Schubert— messe gesungen, am Denkmal aus der Bayerischen Waldmesse und danach Bărăganbezogene Lieder.

 

Zum 35.Todestag von Prälat Josef Nischbach

Am Montag, den 20. Juni 2005 haben wir zwischen den Proben des 35.Todestages von Prälat Josef Nischbach gedacht, der am 20.Juni 1970 in Freiburg verstorben ist.

Am 17.Närz 1889 als neuntes Kind einer Kleinhäuslerfamilie in Neubeschenowa geboren, nach seinem Weg durch die Schulen und abgeschlossenem Theologiestudium am Priesterseminar in Temeschburg am 29.JUni 1913 zum Priester geweiht, wurde er der Banater schwä bischen Öffentlichkeit bereits als Kaplan von Hatzfeld bekannt.

Von 1923 bis 1941 war er Direktor der Lehrerbildungsanstalt und war einer der Initiatoren beim Bau der Banatia in Temeschburg, dem größten deutschsprachigen Schulzentrum Südosteuropas. 1941 wurde er zum Domherrn ernannt.

Als treusorgender Sohn wohnte Josef Nischbach in der Banatia, wie auch im Domherrnhaus mit seinem Vater zusammen, bis zu dessen Tod. Trotz seiner großen Verdienste wurde er 1941 von den National sozialsten, die ohne kirchlichen Segen leben wollten, entlassen. Weder Nischbachs Volksverbundenheit noch seine Verdienste um Volk, Schule und Kirche verhinderten seine Verfehmung.

Ein neues Tätigkeitsfeld tat sich für Nischbach in der Nachkriegs zeit auf. Durch die Verschleppung der arbeitsfähigen Frauen in die Sowjetunion blieben viele Kinder unversorgt und unbetreut zurück. Wo keine Großeltern vorhanden waren, bei den Nachbarn. Nischbach wurde vom Bischof Augustin Pacha beauftragt zusammen mit der Liobaschwester Dr. Hildegardis Wulff ein Kinderhilfswerk einzurichten. Später das Heimkehrerhilfswerk, um die Russland-Heimkehrer mit Lebensmittel und Kleider zu versorgen.

Besonders hart betroffen wurde Nischbach von dem unerbittlichen Kirchenkampf der kommunistischen Regierung. In den gegen die röm.-kath. und griechisch-katholischen Bischöfe geführten Schauprozessen kam auch Nischbach an die Reihe. Der Register der ihm vorgehaltenen Anklagen umfasste: Spionage, Hochverrat, Verbindung zu westlichen Staaten, Gewähren lassen nationalsozialistischer und faschistischer Tätigkeit in den Banatia-Lehranstalt und in den Jugendorganisationen der Diözese Temeschburg. Die Strafe lautete:

20 Jahre Zuchthaus, Vermögensverlust der bürgerlichen Rechte, u. a. m.

Auf seinem Weg durch die Gefängnisse von Jilava, Ajud, Ocnele Mari und Pitesti half Nischbach trotz aller Entbehrungen und Demütigungen vielen Mitgefangenen, Priestern, einstigen Ministern, hohen Offizieren, Universitätsprofessoren u. a. m. durch Betrachten und Vorträge über die schwersten Belastungen hinweg.

Seine Gefängniszeit nahm für ihn ein unerwartetes Ende. Am 31.Mai 1959 wurde ihm mitgeteilt, dass ihm die rumänische Regierung die Freiheit schenke. Zusammen mit ihm erhielten dieses Geschenk Dr. Franz Kräuter, die Priorin Dr. Hildegardis Wulff und Sr. Patricia Zimmermann. Sie wurden für zwei rumänische Spione ausgetauscht.

Nischbach fand eine Bleibe im Gästehaus des Klosters St. Lioba in Freiburg, von wo aus er sich schon nach kurzer Zeit wieder Hilfsaktionen für die Menschen in der alten Heimat und der landsmannschaftlichen Arbeit annahm.

Er verstarb nach 57—jährigem Priesterleben und sein Tod ließ alle die ihn als Lehrer, Priester und Menschen im besten Sinne des Wortes kennen gelernt haben, auch jene, die ihm die dunklen Stunden seines Lebens bereitet haben, verspüren, dass er aus der jüngeren Geschichte des Banater Schwabentums nicht wegzudenken ist. Das Banater Seniorenzentrum Josef Nischbach trägt dazu bei. Im Freiburger Friedhof wurde er beerdigt.

Zu seinem 30. Todestag, am 20. Juni 2000 ließ ihn der Banater Bischof Martin Ross exhumieren und in der Gruft der Temeschburger Domkirche beisetzen.

Dieser Ehrenplatz gebührt ihm für seine großen Verdienste.

Sein Grabstein steht heute im Klosterfriedhof St. Lioba in Freiburg Günterstal.

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